Gefährlicher neuer Schädling aus Asien an Ahorn aufgetaucht
Kürzlich wurde in Deutschland erstmals ein Befall mit dem aus Asien stammenden Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) an Ahornbäumen festgestellt.
Der Käfer gilt als äußerst gefährlich, da er zahlreiche Laubbaumarten befällt und diese zum Absterben bringen kann. Es ist davon auszugehen, dass er mit Pflanzenlieferungen von Fächer-Ahornbäumen (Acer palmatum) aus China über die Niederlande nach Deutschland eingeschleppt wurde. Aus dem asiatischen Raum eingeführte Ahornbäume gelten daher als besondere Gefahrenquelle.
Neben dem schon bekannten Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) ist somit ein weiterer gefährlicher neuer Schädling in unsere Breiten verschleppt worden. Beide Käferarten gelten wegen ihres besonderen Gefahrenpotenzials in der EU auch als Quarantäneschadorganismen. Ein Auftreten der Käfer ist meldepflichtig. Der erste Befall mit dem Citrusbockkäfer wurde in Europa im Jahre 1997 in Italien beobachtet. Auf Grund der nachgewiesenen Funde in Deutschland muss befürchtet werden, dass er sich auch bei uns weiter ausbreitet.
Der Citrusbockkäfer ist auffallend groß (Länge 21-37 mm) und hat die für Bockkäfer typischen langen Fühler. Er ist glänzend schwarz gefärbt und besitzt unregelmäßige helle Flecken auf dem Körper. Die Gefährlichkeit des Käfers geht von seinen Larven aus, die zunächst unter der Rinde, später dann im Innern des Stammes und in den Wurzeln leben und dort Bohrgänge fressen. Schwere Baumschäden können die Folge sein. Die Entwicklung der Larve bis zum erwachsenen Käfer dauert ein bis zwei Jahre. Nach dem Schlupf verlassen die Käfer die Gehölze durch ein bis zu 1,5 Zentimeter großes Ausbohrloch, das sich im Bereich der Wurzeln, der Wurzelansätze oder der Stammbasis befindet. Austretende Bohrspäne ist ein zusätzliches Indiz für einen Käferbefall.
Um eine Ausbreitung des Citrusbockkäfers in Deutschland zu verhindern, wird dringend darum gebeten, das Auffinden von verdächtigen Käfern oder Pflanzen an den zuständigen Pflanzenschutzdienst zu melden. Eine Liste der Anschriften finden Sie im Internet unter www.jki.bund.de/Pflanzengesundheit/Organisation.
Andreas Vietmeier,
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

